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Billard Geschichte(n) So schwer es zu erklären ist, warum vom Billard eine solche Faszination ausgeht, so schwierig ist es auch, etwas wirklich Verlässliches über seine Geschichte zu sagen. Nur das Eine steht fest: Billard ist eine sehr alte Sportart, deren Geschichte annähernd 450 Jahre weit zurückreicht. Legenden Um das Jahr 1550 soll in London der Pfandleiher Bill Knew begonnen haben, mit drei Kugeln, den Wahrzeichen seines Geschäftes, auf seiner Ladentheke zu spielen. Zum Antreiben der Kugeln reichte ihm sein Maßstab, ein Yard. Sehr bald soll diese Beschäftigung großen Anklang gefunden haben, und den Spielstock habe man landläufig nur noch "Bill's Yard" genannt. Eine andere Geschichte erzählt, Billard sei ein vom Rasen auf den Tisch verlegtes "Pall- Mall- Spiel". Und tatsächlich wies Billard lange Zeit große Ähnlichkeit mit diesem Spiel auf: Die Schlägel waren krumm, die Bälle sehr groß, die Banden bestanden aus in regelmäßigen Abständen durchlöcherten Holzleisten und auf der Spielfläche befanden sich Bögen und Kegel. Tatsachen Das Karambolage- Billard, wie wir es kennen, fand erstmals 1795 in Frankreich Erwähnung. Es wurde mit zwei weißen und einem roten Ball gespielt. Rechteckige Tische ersetzten die quadratischen, Bogen, Kegel und Löcher verschwanden. Das gerade Queue verdrängte den Schlägel, die Bälle wurden mit dessen dickem Ende gespielt. Entwicklungslinien In England blieben die Löcher erhalten. Das ursprüngliche Zweiballspiel wurde zum Mehrballspiel, heute bekannt als Poolbillard. Aus diesem entwickelte sich später das Snooker. Revolutionäres Bedingt durch den Wegfall amtlicher Beschränkungen breitete sich in Frankreich Anfang des 19. Jahrhunderts das Karambolage explosionsartig aus, etliche Neuerungen revolutionierten es. Die Bälle wurden nun mit dem dünnen Ende des Queues gestoßen, seine Holzspitze aufgeraucht und gekreidet. Als weitere wichtige Neuerungen galten die in Amerika erfundenen Gummibanden und Kunststoffbälle. Der Durchbruch Der wirkliche Durchbruch aber gelang nur durch intensive Forschungen an einem ganz besonderen Ort: im Gefängnis! Dem Franzosen Mengaud, später Träger des Titels "Professeur de Billard", wurde während einer Haftstrafe, die er im Jahre 1825 abzusitzen hatte, das Billardspielen erlaubt. Einen kleinen Fehler an der Spitze seines Queues reparierte er mit einem Stück Leder aus seinem Stiefel. Der anfängliche Notbehelf eröffnete dem damaligen Billard völlig neue Dimensionen, erstmals waren Effetstöße und Rückläufer möglich. Erste Höchstleistungen 1840 wurden erste Ansätze einer bewussten Spielführung entwickelt und 1850 gelang erstmals eine Serie von über 100 Punkten. Die ersten Weltmeisterschaften fanden 1873 in New York statt. Gespielt wurde Freie Partie auf einem großen Brett, der Sieger erzielte einen Gesamtdurchschnitt von 9,32 Punkten. Zu jener Zeit soll es in Paris 20.000 Billards gegeben haben! Die Gegenwart In unserem Jahrhundert werden die Tische beheizt und das Material der Bälle immer besser. Neue Disziplinen wie Cadre, Einband, Dreiband und Billardartistique bildeten sich heraus. Systematische Spielführung und Strategie erleben einen ungeheuren Bedeutungsgewinn. Welche Entwicklungen die Zukunft hier noch verbirgt, ist schwer zu sagen, aber ... die Kugel ist noch nicht ausgerollt. Im Verein Im Verein werden mehrere Disziplinen gespielt, auf die hier
genauer eingegangen werden soll. Ein vollständiges aktuelles Regelwerk gibt es bei Deutsche Billard Union |